QO-100 DXPatrol Groundstation-FD Duplex

Erster Eindruck der QO-100 DXPatrol Groundstation-FD Duplex



Ich bin einer der ersten stolzen Besitzer einer DX-Patrol Groundstation-FD die auch den Duplex Betrieb, wie von der Amsat gefordert beherscht.

Die Seriennummer meines Gerätes ist die wo die Anleitung mit gemacht wurde. Daher gehe ich davon aus, eines der ersten Geräte erhalten zu haben.

Zu dieser Groundstation wird das modifizierte LNB sowie das für die Stabilisierung verbaute GPSDO eine GPS Antenne geliefert.

Leider wird kein passendes Spannungsanschlusskabel mit 2,1mm Hohlklinkenstecker und Hängesicherungen geliefert. Dies stellte sich echt als "Challange" heraus ein solches fertiges Kabel mit dem nötigen Querschnitt von 1mm zu bekommen.

Weiterhin muss man sich noch zu den gelieferten Teilen um eine Satschüssel die etwa 80cm betragen sollte (lt. Aussage des Herstellers reichen auch 60cm) sowie ein Sendeantenne kümmern und entsprechend was bauen oder Fertiges kaufen.

Das Gerät wird in einer neutralen Schachtel geliefert und liefert auf den ersten Eindruck nach dem Auspacken einen recht ordentlichen Eindruck, Das Gehäuse sieht wertig aus und die Beschriftung ist gut gemacht. Die Anschlüsse sehen sehr hochwertig aus. Ein Farbdisplay für verschiedene Anzeigen und Einstellungen runden das Gerät ab.

Ich habe mich für die von DXPatrol angebotene Helix Antenne entschieden, da ich der Meinung war, was vom gleichen Hersteller kommt wird zum anderen Equipment passen. Später wird man sehen, dass dies nicht unbediengt so ist.

Zusätzlich braucht man noch entspreches Kabel zum Anschluss des LNB und eben der Sendeantenne. Für das LNB nimmt man normales 75Ohm Sat-Antennen Koaxkabel und für die Sendeantenne braucht man hochwertiges 50Ohm Kabel wie beispielsweise Aircom Plus o.Ä. Kabel.

Als Tranceiver benutze ich meinen IC-9700 und für Portabelbetrieb habe ich einen IC-705

Ich habe "leider" eine relativ hohe Entfernung vom Shack zur Satschüssel (13m) sodass das Sendekabel sehr hochwertig sein muss, da auf der 13cm Sendefrequenz eben auf den Kabel hohe Verluste entstehen. Bei 10Watt aus dem Transverter, geht schon eine Menge Leistung auf dem Weg verloren, sodass es eben sehr wichtig ist, dass man ein sehr verlustarmes Kabel nutzt.

In meinem Fall hab ich Hyperflex 13 gewählt, da dieses Kabel doch relativ wenig Verluste hat (16,5dB auf 100m) und rein rechnerisch von den 10 Watt doch noch mehr als 6 Watt vorne an der Antenne ankommen.

Als Schüssel verwende ich einen 85cm Offset Spiegel von der Fa Schweiger, welchen ich vor einiger Zeit mal geschenkt bekommen habe.

Nachdem die Bestellung der QO-100 Groundstation bei mir eingegangen war, habe ich dann als Erstes den Spiegel mal grob da hingestellt, wo er Niemanden stört, aber freie Sicht Richtung Südosten hat und dann die Länge vom Shack bis zum Spiegel ausgemessen und dann die Antennenkabel dazu bestellt.

Weiterhin hab ich, nachdem ich festgestellt habe, dass doch noch diverses Material wie Kabel vom Transverter zum Funkgerät und eben ein Stromkabel fehlen diese auch noch besorgt und als das "Zubehör" da war, angefangen die ganze Sache zu verkabeln und anzuschliessen.

Das Ausrichten der Antenne wurde zurerst mittels Kompass und dann für das "Finetune" mittels Hin und Herlaufen zwischen Station und dem Spiegel gemacht, dies war echt mühsam.

später habe ich mir dann mittels HamRadio Deluxe TRX Steuerung und Teamviewer das Ganze zur Antenne geholt und eben den RX optimal eingestellt. Danke an Klaus, DL4YCC für diesen Tipp bzw. die Idee und Weitergabe der Idee.



Satantenne mit LNB und Helix LNB1

LNB2 LNB3

Anfänglich gab es mit der Referenzfrequenz von 10Mhz des GPSDO der Groundstation zum IC-9700 enorme Sychronisationsprobleme. Es stellte sich aber heraus, dass mein Kabel wohl zu lang war(3m) wobei nachdem ich ein 50cm Kabel besorgt und verbaut habe, kommen diese Probleme sporadisch immer noch vor.



Reference Sync

Der Transverter mit angeschlossenen LNB liefert etwa einen Rasuchpegel von S5 auf einer freien Frequenz, was ganz normal und in Ordnung ist.



Noise

Nun konnte ich schon einmal was hören....Die Ergebnisse waren nach dem Finetune recht gut und die Telemetriebake auf der 10.489.750Mhz liefert etwa S9+5 db was einem Signal Rauschabstand von etwa 29-30db entspricht, was ein recht guter Wert ist.

Das Signal schwankte anfänglich noch recht stark von S8-S9 .

Beaon-750

Auch andere Signale von Stationen die auf dem QO-100 Betrieb machen sind grösstenteils ordentlich, aber ich hätte mehr erwartet. Da ich aber mit QO-100 keine Erfahrung habe, nehme ich das mal so hin. Auf "Oscar 13" hatte ich damals Singale von S9 und weit drüber also Signale von 50db oder mehr.



Na ja ich hab dann mal ein paar mal CQ gerufen, und konnte sogar ein paar QSOs mit eher ernüchternden RX Rapporten machen.

Im Schnitt war ich 6-12db leister als ich andere Stationen hören konnte, da musste Verbesserungspotential sein. Alles nochmals geprüft und zum Entschluss gekommen es liegt an der Sendeantewnne, was mich sehr enttäuscht hat.

Nochmaliges Fintetune der Antenne, nochmals die Leistung gemessen, alles nochmals überprüft, keine Besserung.



Nun zur Sendeantenne:

Ich habe, wie von DXPatrol vorgesehen, die Helix Antenne mit 2 Windungen vor dem LNB montiert und mein "neues" hochwertiges Koaxkabel angeschlossen.

Die Ergebnisse waren sehr ernüchternd und mit etwa 10dB über dem Rauschen etwas mager. Bei rechnerisch etwa 6,5 Watt an der Antenne anliegend und einer 85cm Offset Schüssel hätte ich eben etwa 20-25dB über dem Rauschen erwartet. Also Ausgangsleistung direkt an der Antenne mit einem EME Milliwattmeter gemessen, Es kommen etwa 6,3Watt an, wenn mann für Steckerverbau noch etwas abzieht stimmt das mit dem rechnerischen Wert überein.

Gesagt getan, DXPatrol kontaktiert und "Tony" (Antonio, der Chef von DXPatrol) schrieb nach einigem Hin und her Geschreibe zurück, dass evtl. für manche Schüsseln die Helix nicht so gut geeignet wäre und es eben speziell bei Offset Antennen Probleme geben könne und ein Vollspiegel mit Zentral- bzw. Mitten-Besfestigung wohl besser geignet wäre.....Das hätte er man in seiner Beschreibung aufnehmen sollen.

Weiterhin habe ich durch Herumfragen an einige erfahrene QO-100 Experten erfahren, dass man eben mind. 3,5 Windungen haben solle und die Montage, wie sie von DXPatrol vorgesehen ist, den Focus der Helix weiter in den Brennpunkt des Spiegels verlegt und dadurch eben nur ein Teil des Spiegels zum Senden benutzt wird.

Nach einigem Überlegen klingt das logisch, da ja die Helix weiter im Brennpunkt, also näher an der Schüssel befestigt ist und daher nur der "kleinerer" Teil des Spiegels (rechnerrisch nur etwa 45-50%) genutzt wird.Das würde auch zu den Ergebnissen passen und was oben am Satellit ankommt bzw, wie ich gehört werde.

Bei einem Offsetspeigel kann das schon zwischen Funktion und Nichtfunktion entscheiden, da die Fläche ja nur einen Teil des Gesamtspiegels wiedergibt.

Das bedeutet, entweder den LNB Halter so umbauen, dass die Helix eben dort sitzt, wo jetzt das LNB sitzt oder eben eine andere Sendeantenne.

Die meisten Spezialisten empfehlen daher den ­Poty als Sendeantenne.

OK, wo bekomme ich schnell einen "Poty" her?

Da fiel mir ein, Udo, DH9YAX könnte noch einen haben, den ich erst einmal ausprobieren könnte, bevor ich mir einen besorge und noch mehr in Antennen stecke als ich dort schon versenkt habe, da ich eben das gesammte "Zubehör 2x gekauft habe, um eben eine 2. Ausrüstung für Portabelbetrieb am Wohnmobil zu haben um nicht jedes Mal alles auseinandernehmen zu müssen, wenns dann mit dem Wohnmobil losgeht.

Wiederum gesagt und getan, Udo gefragt und wie hätte es auch anders sein können, Udo hatte natürlich noch ein Poty, welches er mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat (Vielen Dank Udo) und es am nächsten Tag per Post an mich gesendet hat, da wir ja etwa 700km(500km Luftlinie) auseinanderwohnen.

Dieses ist nun bei mir eingetroffen und ich drucke gerad die nötigen Adapter, um das Poty mit dem LNB "zu verheiraten" und einen Adapterring um es entsprechend am Halter des LNB zu befestigen, da ja das "Rohr" des Potys nur 22mm Durchmesser hat, aber der Halter des LNBs. 40mm erwartet.



3D Adapter

Die Adapter sind nun am Drucken und ich kann bald das LNB mit dem Poty "verheiraten"....Dann stellt sich nun noch die Frage: "Wie kann ich das wetterfest machen?"

Es gibt ein STL zum Drucken, aber das gefällt mir nicht und ich bin mir auch nicht sicher ob diese Lösung für mich passt. Idee ist nun eine PET-Flasche aufzuschneiden und drüber zu stülpen und dann am Ende Fixieren, sodass nicht ein Windzug reicht um das Ganze aus der Richtung zu "blasen", das bedarf aber noch einiger Überlegung. Bis dahen erst einmal "ohne Wetterschutz bzw. da kommt eine Tüte drüber.



Hier schon mal das verheiratete Poty mit dem LNB:

3D Adapter

Nun noch den Adapterring 22mm auf 40mm drucken



Ring

So nach dem Drucken des Adapterrings schnell das andere LNB mit der Helix ausgebaut und das "Poty_LNB eingebaut.

Nur grob ausgerichtet, kein Fine Tuning gemacht, und siehe da meine eigene Aussendung kann ich nun mit etwa S9 hören, das sind mindestens 10dB eher 12dB mehr.

Damit kann ich schon einmal gut leben. Ein Fintune wird noch kommen, aber da es nun dunkel draussen ist und es wieder einmal regnet, noch schnell eine Plastiktüte über das Gebilde gezogen, damit es nicht zu Wassereinbruch ins LNB kommt und fertig für heute. Der Rest kommt dann im Hellen und bei trockenen Wetter.



Poty montiert

Nach längerem Hin und Her, und diversen Finetuningversuchen sowie sehr mehrkwürdigem Verhalten der Groundstation-FD war ich mit meinem "Latein" ein wenig am Ende . Alle Ergebnisse waren nicht zufriedenstellend.

Ich habe mich dann entschlossen keine Helix selber zu bauen sondern eine 3,5 Windungen Helix fertig zu kaufen, um sicher zu gehen, dass ich eine Antenne bekomme, die von Jemandem gebaut ist, der Erfahrung hat.

Ich habe mich für die Ice Cone 3,5 Windungen Helix von Nolle Engineering entschieden.



Helix2 Helix1

Nachdem sie geordert und dann auch geliefert war, habe ich diese dann eingebaut. Jedoch war ich immer noch enttäuscht. Aber irgendwie konnte das nicht sein. 85cm Spiegel, genug Leistung....eigentlich, aber die Groundstation "zickte" immer wegen dem SWR herum und regelte die Leistung auf etwa 5,6 Watt zurück....irgendwas konnte da nicht richtig sein.

Des Weiteren hatte ich auch Probleme mit der Sychronisation der 10Mhz Referenz zum IC-9700 und ich empfand den Signal-Rauschabstand sehr mager und als sehr nervig und störend sodass ich mich entschloss Tony von DX Patrol anzuschreiben.

Er schob alle Probleme auf mein Kabel und meine diversen Antennen die ich probiert habe. Nachdem ich seine Aussagen mittels Messungen mit professionellem Gerät von einem bekannten OM wiederlegen konnte, hat er dann die Kommunikation eingestellt.

Da ich die Groundstation ja von Thomas vom Ulrikes Shop gekauft habe, hab ich ihn angeschrieben und meine Probleme erklärt. Er hat sie anstandslos ausgetauscht.

Und siehe da nachdem die "Neue" da war, waren all meine Probleme behoben. Das SWR war gut, nur sehr seltene Referenzfrequenzprobleme, und das Rauschen hat sich extrem reduziert und die Signale sind nun sehr gut hörbar.

Ich hatte im Laufe der diversen Versuche auch festgestellt, dass die SMA TX-Eingangsbuchse der Groundstation vom Sender des IC-9700 kommend wackelig war. Dieses konnte ich einigermassen beheben, aber ob der Kontakt entsprechend war, wie es sollte... stelle ich mal in Frage.

Da muss ich klar sagen Qualität ist was Anderes

Weiterhin fiel mir irgendwann auf, dass die Seriennummer des ursprünglich gelieferten Gerätes identisch zu der Seriennummer in der Anleitung war. Ich denke ich hatte den Prototyp bekommen, was eigentlich ein NoGo ist. sowas in den Markt zu bringen.

Hier liegt der Fehler klar bei DXPatrol und nicht bei Thomas von Ulrikes Shop. Denn er hat diese auch geliefert bekommen und eben weiter verkauft.

Im Zuge meiner Versuche und nach Anfrage bei DXPatrol wurde mir zum enormen Rauschen gesagt, ich könne die "Verstärkung" im TRV zurückregeln, daher hab ich mir ja auch das Innenleben angesehen.

Erst einmal sieht das sehr ordentlich aufgebaut aus. Als Endstufe ist eine konventionelle DX Patrol Endstufe verbaut.

Ich könnte mir sogar vorstellen, das man auch 12 Watt aus dem Ding kitzeln kann, sofern die Steuerleistung des eigentlichen TRV das hergibt.

Zur Versorgung mit Spannung ist ein "Upscaler" von 12V auf 28V verbaut, wie man sie aus vielen China Angeboten kennt. Ich denke dieser ist auch fertig zugekauft.

Zu Guter letzt habe ich noch eine Möglichkeit gesucht einfach von Sat Betrieb auf Normalbetrieb umzustellen, ohne Kabelschrauberei.

Bei der Suche nach einem passenden nicht allzu teuren Umschalter, der 2 Antennen gleichzeitig schalten kann bin ich auf die Seite von HF Technik Berg gestossen. Die Seite ist etwas altbacken, aber ich hab genau das gefunden, was ich wollte und wurde dazu noch gut beraten, da ich ja beide Abgänge vom IC-9700 mit einem Schatvorgang umschalten wollte.

Hier habe ich den MAS2000N mit dem Schalter MASC1015 gefunden.

Diese Kombination ermöglicht bei richtigem Anschluss, dass beide Antennen gleichzeitig geschaltet werden und ich hab nicht 2 getrennte Relais hier "rumbaumeln" :-) .

Nun kann ich komfortabel ohne Rumgebastel zwischen Sat und Normalbetrieb des IC-9700 umschalten.

Alles in Allem bin ich nun nach den massiven Anfangsproblemen, die ich eher darauf zurückführe, dass es wohl ein Prototyp war zufrieden und ich hab das, was ich haben wollte.

Einen Transverter, den ich mit dem IC-9700 ansteuern kann. ohne viel zusätzlichem Geraffel, wie Geräten draussen, die ich auch noch mit Strom versorgen muss etc. Für mich passt das so.

Ich brauche keinen PC um zu funken und ich kann ihn auch leicht mitnehmen wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind und mit wenigen Handgriffen umstellen, sodass ich ihn mit dem IC-705 ansteuern kann.

Dieses Setup muss ich aber noch zusammenstellen, das LNB dafür ist vorhanden, die Poty Antenne am LNB ist montiert, da ich das 2. bestellte DXPatrol LNB für die Ice Cone benutzt habe, fehlt nur noch ein 60cm Spiegel und passend ein Stativ, und eben etwa 5m lange Antennenkabel.

 

Sollten sich Neuigkeiten ergeben bzw. sobald ich das "Portabel Setup" zusammengestellt habe, werde ich das hier berichten.


Update vom 28.11.2022

Durch Zufall habe ich festgestellt, wenn ich mit meinem IC-705 oder meinem ID-52 auf 70cm sende mit 5 Watt und einem Abstand um etwa 1,5m von der Groudstation, verliert er immer sein GPS Lock.

Scheint nicht ganz einstrahlfest zu sein das Ding.....und mit dem IC-9700 der dran angeshclossen ist, und wo ich auch auf 70cm sende passiert das wohl nicht....komisch



Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht, aber es wird keine Garantie dafür übernommen, ob die Angaben vollständig sind.

73 und Viel Spass mit den Services vom XLX508

 

HB9GFX/DG9BDI Stefan